Druckbeschaffung
Teil von Druckerei anhand von Kriterien und Nachweisen für vergleichbare Angebote auswählen
Wie halte ich Absprachen mit der Druckerei nachvollziehbar fest?
Absprachen mit der Druckerei dokumentieren: Auftragsbestätigung, Änderungsprotokoll, Fristen, Zuständigkeiten und Abnahmeprotokoll im Überblick.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Vier Dokumente tragen die Nachweiskette: Leistungsverzeichnis, Auftragsbestätigung, Änderungsprotokoll, Abnahmeprotokoll.
- Jede telefonische Absprache am selben Tag per E-Mail bestätigen, mit Datum, Uhrzeit und Namen der Beteiligten.
- Fristen zur Annahme eines Angebots schriftlich festhalten, sonst richten sich Bindung und Frist nach dem Gesetz.
- Eine Person führt die Ablage, eine zweite prüft die Freigaben.
- Ablegen heißt geordnet, vollständig und nachvollziehbar, wie es die Buchführung verlangt.
Leistungsverzeichnis und Auftragsbestätigung als Grundlage
Das Leistungsverzeichnis beschreibt Format, Papier, Farbigkeit, Auflage, Veredelung, Anlieferung und Termin. Es ist die Messlatte für jede spätere Reklamation.
Die Druckerei antwortet mit einer Auftragsbestätigung. Prüfen Sie, ob sie das Leistungsverzeichnis vollständig übernimmt. Abweichungen bei Grammatur, Farbigkeit oder Liefertermin weisen Sie sofort schriftlich zurück.
Ein Angebot bindet den Anbieter, und die Annahmefrist legt fest, wie lange Sie annehmen können. Die Einzelheiten regelt § 147 BGB.
Notieren Sie auf jedem Auftragsblatt, bis wann Sie annehmen oder ablehnen müssen. Legen Sie für jeden Auftrag ein Blatt an, auf dem Angebot, Bestätigung, Freigaben und Rechnung mit Datum eingetragen werden.
Änderungen mit einem Änderungsprotokoll sichern
Nachtragswünsche entstehen meist am Telefon: anderes Papier, höhere Auflage, neuer Anliefertermin. Halten Sie jede Änderung in einem Änderungsprotokoll fest.
Bewährt ist eine kurze E-Mail direkt nach dem Gespräch. Sie nennt Datum, Gesprächspartner, geänderte Position, Wirkung auf Preis und Termin sowie den Wunsch nach Bestätigung.
Antwortet die Druckerei nicht, gilt die Änderung als bestätigt, wenn Sie diese Frist vorher vereinbart haben. Telefonnotizen ohne Namen und Uhrzeit verlieren schnell ihren Wert.
Ein Protokoll mit den Spalten Position, alter Wert, neuer Wert, Mehrkosten, Terminwirkung und Freigabe verhindert strittige Rechnungen.
Fristen und Zuständigkeiten in fünf Schritten klären
- Zuständigkeit benennen: eine Person gibt frei, eine zweite führt die Ablage und das Archiv.
- Termine setzen: Annahme des Angebots, Datenlieferung, Freigabe der Korrektur, Lieferung.
- Freigabeschleife regeln: Wer darf Korrekturabzüge zeichnen, wer nur mitlesen?
- Eskalation festlegen: Bei Terminverzug meldet die Druckerei am Vormittag, Sie entscheiden am selben Tag.
- Ablageort bestimmen: ein Projektordner, Dateinamen mit Datum, Version und Kurzinhalt.
Abnahmeprotokoll bei Lieferung
Bei der Anlieferung prüfen Sie Menge, Format, Farbwirkung, Bindung und Verpackung. Das Ergebnis tragen Sie in ein Abnahmeprotokoll ein.
Das Protokoll enthält Datum, Anwesende, geprüfte Positionen, festgestellte Mängel und die vereinbarte Frist zur Nachbesserung. Beide Seiten unterschreiben.
Teillieferungen und Nachlieferungen halten Sie getrennt fest, damit die Rechnungsprüfung nachvollziehbar bleibt. Mängel ohne schriftliche Rüge sind später schwer zu belegen.
Checkliste für die Auftragsakte
Diese fünf Unterlagen bilden die Nachweiskette.
- Angebot der Druckerei mit Datum und Bindefrist.
- Auftragsbestätigung gegen das Leistungsverzeichnis geprüft.
- Änderungsprotokoll mit allen Freigaben und Mehrkosten.
- Korrekturabzüge mit Zeichnung und Datum.
- Abnahmeprotokoll, Lieferschein und Rechnung.
Ablage und Beratung der Verbände
Kaufmännische Geschäftsvorfälle müssen nachvollziehbar dokumentiert werden, dazu gehören auch Druckaufträge mit Angebot, Bestätigung, Änderungen und Rechnung, was § 238 HGB verlangt.
Ein Projektordner, digital und in Papier, hält die Kette zusammen. Verantwortlich ist die Person, die den Auftrag freigegeben hat. Kopieren Sie Bestätigungen zusätzlich in ein digitales Archiv mit einheitlicher Benennung.
Für Vertrags- und Gewerbethemen bündelt die IHK-Organisation ihre Beratungsangebote in gemeinsamen Themenfeldern der IHK.
Der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) veröffentlicht für die Branche Hinweise und Musterklauseln zur Auftragsabwicklung. Beide Quellen eignen sich als Vorlage für eigene Formulare.
Häufige Fragen
Reicht eine mündliche Absprache mit der Druckerei?
Für den Alltag oft ja, im Streitfall kaum. Bestätigen Sie telefonische Punkte am selben Tag per E-Mail, dann ist die Absprache belegbar.
Was gehört in ein Abnahmeprotokoll?
Datum, Namen der Anwesenden, geprüfte Positionen, Mängel mit Fotos, Frist zur Nachbesserung und die Unterschriften beider Seiten.
Wie lange sollte ich die Unterlagen aufbewahren?
Richten Sie sich nach den Aufbewahrungsfristen für Buchungsbelege. Ein Projektordner mit allen Absprachen erleichtert jede spätere Prüfung.
Wer unterschreibt die Auftragsbestätigung?
Auf Ihrer Seite die freigebende Person, auf Seiten der Druckerei die kaufmännische Leitung. Eine Kopie gehört in den Projektordner.
Muss ich jede E-Mail der Druckerei beantworten?
Nicht jede, aber jede mit Preis-, Termin- oder Mengenwirkung. Antworten Sie kurz, sonst gilt Schweigen später als Zustimmung.