
Weiterverarbeitung
Teil von Weiterverarbeitung von Druckerzeugnissen: Falzen, Binden, Veredeln
Kosten der Weiterverarbeitung: Falzen, Binden und Veredeln mit Beispielen
Kosten der Weiterverarbeitung: Beispielpreise je 1.000 Exemplare für Falzen, Rückendrahtheftung, Klebebindung, Fadenheftung, UV-Lack und Stanzen, netto und brutto.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Falzen kostet je nach Zahl der Brüche etwa 12 bis 28 Euro netto je 1.000 Bogen.
- Rückendrahtheftung liegt bei 45 bis 80 Euro, Klebebindung bei 120 bis 240 Euro je 1.000 Exemplare.
- Fadenheftung beginnt bei rund 280 Euro je 1.000 Exemplare.
- UV-Lack wird nach Format berechnet, Stanzen nach Nutzen und Werkzeug.
- Auf jeden Nettopreis kommen 19 Prozent Umsatzsteuer.
Wovon die Weiterverarbeitungskosten abhängen
Die Weiterverarbeitung wird in der Druckkalkulation getrennt vom Druck erfasst. Den größten Block bilden die Rüstkosten. Ein Falzapparat steht bei kleinen Auflagen länger still, als er läuft. Deshalb sinken die Kosten je 1.000 Bogen mit steigender Auflage deutlich.
Format, Papiergrammatur und Falzschema bestimmen die Maschinenzeit. Ein Kreuzbruch braucht zwei Falzwerke, ein Wickelfalz nur eines. Karton mit 300 Gramm je Quadratmeter läuft langsamer durch die Maschine als ein dünner Bogen. Für Sonderformate rechnen Druckereien Zuschläge von 10 bis 25 Prozent auf den Grundpreis.
Beim Binden entscheidet der Umfang. Rückendrahtheftung ist bis etwa 48 Seiten üblich, Klebebindung ab 40 Seiten, Fadenheftung für Bücher mit langer Nutzungsdauer. Mit wachsendem Umfang steigen Klebstoff- und Fadenverbrauch.
Für eine belastbare Kalkulation braucht es drei Angaben: Auflage, Umfang und Format. Fehlt einer davon, bleibt jede Preisauskunft unverbindlich.
Beispielpreise für Falzen, Binden und Veredeln
Die Tabelle nennt kalkulatorische Richtwerte für 1.000 Exemplare in DIN A4, Normalpapier und einheitlichem Falzschema. Es sind Beispielrechnungen, keine Angebotspreise. Die Bruttospalte enthält 19 Prozent Umsatzsteuer.
| Position | Netto je 1.000 | Brutto je 1.000 |
|---|---|---|
| Falzen, 1 Bruch | 12 Euro | 14,28 Euro |
| Falzen, Kreuzbruch | 24 Euro | 28,56 Euro |
| Rückendrahtheftung, 2 Klammern | 55 Euro | 65,45 Euro |
| Klebebindung, bis 200 Seiten | 180 Euro | 214,20 Euro |
| Fadenheftung mit Klebebindung | 320 Euro | 380,80 Euro |
| UV-Glanzlack, in-line, 1 Seite | 25 Euro | 29,75 Euro |
| Stanzen, 2 Nutzen, ohne Werkzeug | 140 Euro | 166,60 Euro |
Ein Stanzwerkzeug kostet je nach Motiv 180 bis 450 Euro. Die Ausgabe fällt einmalig an und verteilt sich über die Auflage. Bei 10.000 Exemplaren sind das 2 bis 5 Cent je Stück. Unter 500 Exemplaren rechnen Druckereien mit Mindestmengenpreisen, die über den Tabellenwerten liegen.
Für die Lohnweiterverarbeitung gilt der Regelsteuersatz von 19 Prozent, den das Bundesministerium der Justiz in § 12 UStG festhält. Ob im Einzelfall der ermäßigte Satz greift, hängt davon ab, ob eine Buchlieferung oder eine sonstige Leistung vorliegt. Diesen Punkt klären Einkäufer mit der Steuerberatung.
Rechenbeispiel: 1.000 Broschüren mit 48 Seiten
Eine Broschüre mit 48 Seiten besteht aus drei Bogen mit je 16 Seiten. Jeder Bogen wird im Kreuzbruch gefalzt, das kostet 3 mal 24 Euro, also 72 Euro. Die Rückendrahtheftung schlägt mit 55 Euro zu Buche, der UV-Glanzlack auf dem Umschlag mit 25 Euro. Zusammen ergibt das 152 Euro netto.
Darauf kommen 28,88 Euro Umsatzsteuer. Der Bruttopreis liegt bei 180,88 Euro, das sind 18,1 Cent je Exemplar. Druck und Papier sind in dieser Rechnung nicht enthalten.
Was UV-Lack, Kaschierung und Stanzen verteuern
UV-Lack im Druckdurchgang, also in-line, ist deutlich günstiger als Dispolack. Partieller Lack benötigt eine eigene Druckform und einen zusätzlichen Arbeitsgang. Matt- und Glanzkontraste auf derselben Seite kosten 45 bis 90 Euro je 1.000 Bogen.
Eine Folienkaschierung liegt bei 45 bis 110 Euro je 1.000 Bogen. Heißfolienprägung und Blindprägung brauchen einen Stempel für 90 bis 250 Euro. Dazu kommen 60 bis 150 Euro je 1.000 Exemplare für das Prägen.
Beim Stanzen bestimmt die Nutzenzahl den Takt. Zwei Nutzen je Hub halbieren die Maschinenzeit je Bogen. Das Werkzeug bleibt der größte Einzelposten.
So kalkulieren Sie die Weiterverarbeitung
- Mengengerüst je 1.000 Exemplare aus Auflage, Umfang und Format bilden.
- Rüstzeiten aus dem Betriebsabrechnungsbogen oder den Kostenblättern des bvdm übernehmen.
- Zuschläge für Sonderformate und schwere Papier aufschlagen.
- Einmalkosten für Werkzeuge und Stempel auf die Auflage umlegen.
- Nettosumme addieren, 19 Prozent Umsatzsteuer aufschlagen, Bruttopreis ausweisen.
Der bvdm veröffentlicht Kostenblätter für Druck- und Weiterverarbeitungsmaschinen. Das Statistische Bundesamt führt den Erzeugerpreisindex für Druckerzeugnisse. Beide Quellen ersetzen keine Betriebsdaten, liefern aber Vergleichswerte. Investitionszuschüsse für Falz- oder Stanzmaschinen lassen sich in der Förderdatenbank des Bundes recherchieren.
Einen Überblick über Themenfelder wie Recht und Steuern bietet der DIHK.
Häufige Fragen
Was kostet Falzen je 1.000 Bogen?
Ein Bruch kostet 12 bis 18 Euro netto, ein Kreuzbruch 24 bis 32 Euro, ein Leporellofalz bis 40 Euro.
Warum ist Klebebindung teurer als Rückendrahtheftung?
Der Buchblock wird gefräst, geleimt und getrocknet. Das braucht eigene Maschinen, Klebstoff und längere Rüstzeiten.
Sind die Beispielpreise netto oder brutto?
Alle Werte in der Tabelle sind Nettopreise. Die Bruttospalte enthält 19 Prozent Umsatzsteuer.
Wie senke ich die Weiterverarbeitungskosten je Exemplar?
Höhere Auflage, passende Nutzenzahl, einheitliche Falzschemata und Verzicht auf Einzelstempel.
Welche Unterlagen ersetzen die Beispielrechnung?
Kostenblätter des bvdm, der eigene Betriebsabrechnungsbogen und der Erzeugerpreisindex des Statistischen Bundesamtes.


