Druckverfahren
Teil von Geschäftsdrucksachen bestellen: Briefpapier, Visitenkarten und Formulare richtig anlegen
Geschäftsdrucksachen bei Online-Druckereien oder lokal beauftragen?
Online-Druckerei oder lokale Druckerei: Vergleich von Flyeralarm, Onlineprinters, Saxoprint, Lokay und Vogl bei Preis, Proof, Lieferzeit und Datenschutz.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Online-Druckereien wie Flyeralarm, Onlineprinters und Saxoprint bündeln Aufträge und liegen bei Standardformaten deutlich unter lokalen Preisen.
- Lokale Betriebe wie die Druckerei Lokay in Reinheim oder die Druckerei Vogl bei München punkten mit Beratung, Proof und Sonderverarbeitung.
- Beispielrechnung für 1.000 Visitenkarten und 500 Briefbögen: 51,17 Euro online gegen 172,55 Euro lokal, jeweils inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer.
- Auf Geschäftsdrucksachen fällt meist der Regelsteuersatz an, der ermäßigte Satz nach § 12 Umsatzsteuergesetz nur bei bestimmten Druckerzeugnissen.
- Datenschutz, Lieferzeit und Nachhaltigkeitsnachweise entscheiden, wenn die Preisdifferenz schrumpft.
Was Online-Druckereien und lokale Betriebe unterscheidet
Online-Druckereien sammeln Aufträge in Portalen und bündeln sie auf wenigen Maschinen. Flyeralarm produziert in Würzburg, Onlineprinters in Neustadt an der Aisch, Saxoprint in Dresden. Feste Formate, Standardpapiere und automatische Datenprüfung senken Rüstkosten und Fehlerquote.
Der Preisvorteil endet, wo der Auftrag vom Standard abweicht. Sonderformat, Sonderfarbe, Prägung oder Handarbeit lassen sich schlecht automatisieren, dann greifen Zuschläge. Auch Vistaprint mit Produktion in Venlo in den Niederlanden kalkuliert Standardware günstig und Sonderwünsche teuer.
Lokale Druckereien kalkulieren Bogen, Rüstzeit und Papier selbst. Die Druckerei Lokay in Reinheim arbeitet mit Blauem Engel, FSC und zertifiziertem Umweltmanagement. Solche Häuser sind kleine Auflagen mit Veredelung gewohnt.
Bei hohen Auflagen im Offsetdruck sinkt der Stückpreis mit der Menge, online wie lokal. Portalpreise gelten aber nur für die konfigurierte Variante. Ändert sich Papierstärke oder Falzung, springt der Preis, und der Vergleich muss neu gerechnet werden.
Beispielrechnung für Visitenkarten und Briefbögen
Die Beispielrechnung nutzt typische Marktpreise, keine Angebote einzelner Anbieter. Werte sind gerundet, die Mehrwertsteuer ist mit 19 Prozent gerechnet, Preisstand 2025.
| Produkt | Online netto | Online inkl. MwSt. | Lokal netto | Lokal inkl. MwSt. |
|---|---|---|---|---|
| 1.000 Visitenkarten, 4/4-farbig, 350 g/m² | 25,00 Euro | 29,75 Euro | 85,00 Euro | 101,15 Euro |
| 500 Briefbögen DIN A4, 4/0-farbig, 90 g/m² | 18,00 Euro | 21,42 Euro | 60,00 Euro | 71,40 Euro |
Zusammen zahlt der Kunde online 51,17 Euro, lokal 172,55 Euro, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Die Differenz von rund 121 Euro entsteht überwiegend aus Rüstzeit, Einzelberatung und kleiner Auflage.
Auf Geschäftsdrucksachen fällt in der Regel der Regelsteuersatz an. Der ermäßigte Satz gilt nur für bestimmte Druckerzeugnisse wie Bücher, Zeitungen und Zeitschriften. Angebote sollten netto kalkuliert und die Steuer getrennt ausgewiesen werden.
Beratung, Proof und Lieferzeit
Lokale Druckereien beraten zu Papier, Grammatur, Veredelung und Weiterverarbeitung. Bei Farbverbindlichkeit liefern sie Andrucke oder genormte Proofs nach ISO 12647-7 und besprechen Korrekturschleifen direkt am Objekt.
Standardaufträge laufen online meist in drei bis fünf Werktagen, Express gegen Aufpreis in einem Tag. Lokale Betriebe liefern bei Vorlage am Vormittag oft am selben Tag, weil die Wege kurz sind.
Regionale Beschaffung ist auch eine Standortfrage: Die Themenfelder des DIHK bündeln die Felder, zu denen Industrie- und Handelskammern Betriebe beraten. Handwerkskammern beraten Druckbetriebe zu Investitionen, Ausbildung und Betriebsstätte.
Fünf Punkte sprechen für den Weg vor Ort:
- Sonderformat, das kein Standardmaß trifft
- Veredelung wie Prägung, Lack oder Heftung in kleinen Mengen
- Termin innerhalb von Stunden statt Werktagen
- Farbmuster auf dem später verwendeten Papier
- Klärung von Haftung und Nachdruck direkt am Tresen
Datenschutz und Nachhaltigkeit prüfen
Wer Adress- oder Personaldaten drucken lässt, braucht einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO. Zu klären sind Löschfristen, Serverstandort, Subunternehmer und der Übertragungsweg der Dateien. Ein Uploadportal ist nicht automatisch unsicher, der Weg muss aber dokumentiert sein.
Als Nachweise zählen FSC- oder PEFC-Zertifikate, der Blaue Engel für Druckerzeugnisse sowie Angaben zu Strombezug und mineralölfreien Farben. Betriebsvergleiche des Bundesverbands Druck und Medien (bvdm) helfen, Preise und Papierverbrauch einzuordnen. Förderprogramme für energieeffiziente Drucktechnik sammelt die Förderdatenbank des Bundes.
Häufige Fragen
Ist eine Online-Druckerei immer günstiger?
Nein. Bei Standardformaten und kleinen Auflagen liegt Flyeralarm oder Onlineprinters meist vorn. Bei Sonderformaten, Veredelung oder Beratungsbedarf kippt der Vergleich zugunsten des Betriebs vor Ort.
Welche Steuersätze gelten für Geschäftsdrucksachen?
In der Regel 19 Prozent. Der ermäßigte Satz von 7 Prozent gilt nur für bestimmte Druckerzeugnisse. Kalkulieren Sie Angebote netto und weisen Sie die Steuer getrennt aus.
Was gehört in einen Proof für Geschäftsdrucksachen?
Ein farbverbindlicher Proof nach ISO 12647-7, die Angabe des Bedruckstoffs und eine schriftliche Freigabe. Ohne Freigabe trägt der Kunde das Risiko von Farbabweichungen.
Worauf kommt es beim Datenschutz an?
Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO, benannte Löschfristen, Liste der Subunternehmer und ein nachvollziehbarer Übertragungsweg. Bei Produktion im Ausland ist zusätzlich der Serverstandort zu klären.
Wie erkenne ich Nachhaltigkeitsnachweise?
Zertifikate mit Gültigkeitsdatum und Zertifizierungsnummer, etwa FSC oder PEFC, dazu Angaben zu Papierherkunft und Energiebezug. Pauschale Aussagen ohne Zertifikat sind kein Nachweis.