Druckverfahren
Teil von Druckverfahren auswählen im Vergleich von Offset, Digital, Sieb und Flexo
Kosten von Druckverfahren mit Beispielrechnungen für Offset, Digital und Siebdruck
Kosten von Druckverfahren: Beispielrechnungen für Offset-, Digital- und Siebdruck mit Rüstkosten, Papierkosten, Stundensätzen, Netto, Brutto und MwSt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Offsetdruck verteilt hohe Rüstkosten auf viele Exemplare, vier Farben bedeuten vier Druckplatten.
- Digitaldruck startet ohne Platten, wird aber ab wenigen hundert Stück teurer pro Exemplar.
- Siebdruck rechnet pro Sieb und Farbe, deshalb ist der Auftrag klein und die Auflage oft groß.
- Papiere und Bedruckstoffe stellen je nach Auftrag 20 bis 35 Prozent der Selbstkosten.
- Auf den Nettobetrag kommt Umsatzsteuer, in der Regel 19 Prozent, bei Druckschriften 7 Prozent.
Diese Kostenpositionen gehören in jede Kalkulation
Ein Druckpreis setzt sich aus mehreren Blöcken zusammen. Wer Angebote prüft, sollte Material, Rüstzeit, Maschinenstunde, Weiterverarbeitung und Steuer getrennt betrachten. Ein reiner Quadratmeterpreis sagt fast nichts aus.
Papier ist häufig der größte Einzelposten. Bilderdruckpapier mit 135 g/m² kostet im Bogenformat 70 × 100 Zentimeter etwa 0,10 bis 0,20 Euro je Bogen. Bei kleiner Bestellmenge steigt dieser Wert deutlich.
Rüstkosten fallen vor dem ersten brauchbaren Bogen an. Im Offsetdruck entstehen sie je Druckplatte und Farbwerk, im Siebdruck je Sieb und im Digitaldruck nur für die Dateneinrichtung und die erste Prüfseite.
Der Maschinenstundensatz bündelt Abschreibung, Energie, Wartung und Bedienung. Bogenoffsetmaschinen liegen häufig im Bereich von 120 bis 220 Euro pro Stunde, kleinformatige Digitaldrucksysteme deutlich darunter. Dafür rechnet der Digitaldruck zusätzlich Klickkosten pro Seite ab.
Bleibt die Weiterverarbeitung: Schneiden, Falzen, Kleben, Heften, Kaschieren. Diese Position ist auflagenunabhängig und steigt mit der Anzahl der Arbeitsgänge, nicht mit der Blattzahl.
Für die steuerliche Seite gilt der Regelsteuersatz von 19 Prozent, der ermäßigte Satz von 7 Prozent greift nur bei begünstigten Druckschriften. Die Einzelheiten stehen in § 12 UStG. Alle folgenden Beispielrechnungen sind Nettobeträge, die Umsatzsteuer wird getrennt ausgewiesen.
Beispielrechnung Offset: 5.000 Flyer, DIN A5, vierfarbig
Beispielrechnung, alle Beträge netto und gerundet:
| Kostenposition | Betrag netto |
|---|---|
| Papier, 100 Bogen 135 g/m² | 15 Euro |
| Rüstkosten für vier Druckplatten | 180 Euro |
| Druckzeit, vierfarbig, 5.000 Nutzen | 140 Euro |
| Schneiden und Verpacken | 45 Euro |
| Zwischensumme | 380 Euro |
| Umsatzsteuer 19 Prozent | 72,20 Euro |
| Rechnungsbetrag brutto | 452,20 Euro |
Der Nettoanteil je Flyer liegt bei rund 0,08 Euro. Die Rüstkosten von 180 Euro machen fast die Hälfte der Selbstkosten aus. Bei 20.000 Exemplaren bleibt dieser Block konstant, während Papier und Druckzeit nur moderat zulegen.
Beispielrechnung Digitaldruck: 250 Broschüren mit 12 Seiten
- Dateneinrichtung und Prüfexemplar: 25 Euro
- Druck und Papier für 3.000 Seiten: 240 Euro
- Falzen, Beschnitt und Klammerheftung: 120 Euro
Die Zwischensumme beträgt 385 Euro netto, mit 19 Prozent Umsatzsteuer sind es 458,15 Euro brutto. Pro Exemplar sind das 1,54 Euro netto. Der Rüstblock bleibt klein, die Seitenzahl treibt den Preis. Ein Digitaldrucksystem rechnet jede bedruckte Seite ab, deshalb wirkt sich ein Umfang von 12 Seiten stärker aus als die Auflage.
Beispielrechnung Siebdruck: 150 Werbeschilder, einfarbig
- Siebherstellung und Einrichtung: 85 Euro
- Bedruckstoff, 150 Hart-PVC-Platten DIN A2: 195 Euro
- Druck, Trocknung und Zwischenlagerung: 210 Euro
Daraus ergeben sich 490 Euro netto je Auftrag, mit 19 Prozent Umsatzsteuer 583,10 Euro brutto. Je Schild sind das 3,27 Euro netto. Das Sieb kostet nur einmal, jede weitere Farbe verlangt ein neues Sieb und damit einen weiteren Rüstblock. Ab wenigen hundert Stück sinkt der Preis je Stück kaum noch, weil der Materialanteil dominiert.
Ab welcher Auflage welches Verfahren günstiger rechnet
Der Vergleich dreier Druckverfahren hängt an einer Größe: dem Verhältnis von Rüstkosten zu Stückkosten.
- Bis etwa 300 Stück liegt der Digitaldruck bei mehrseitigen Farbdrucksachen vorn.
- Zwischen 300 und 1.000 Stück entscheidet die Seitenzahl, nicht die Technik.
- Ab etwa 1.000 Stück vierfarbig setzt sich der Offsetdruck klar durch.
- Im Siebdruck rentiert sich das Verfahren ab etwa 50 bis 100 Teilen, weil das Sieb dann bezahlt ist.
Eine Nachkalkulation nach Auftragsende zeigt, welche Position von der Schätzung abwich. Das Handelsgesetzbuch verlangt eine nachvollziehbare Dokumentation der Geschäftsvorfälle, dazu gehören Angebote, Auftragsbestätigungen und Rechnungen. Die Grundsätze nennt § 238 HGB.
Woher belastbare Vergleichszahlen kommen
Der Bundesverband Druck und Medien stellt mit den bvdm-Kostenblättern ein anerkanntes Kalkulationswerkzeug für die Branche bereit. Die Blätter liefern Richtwerte für Maschinenstundensätze, Rüstzeiten und Zuschlagsätze, getrennt nach Verfahren und Maschinenklasse. Regional tätige Druckereien rechnen damit ihre Angebote vor.
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht monatlich Erzeugerpreisindizes für Druckerzeugnisse und verwandte Leistungen. Diese Reihen zeigen, wie sich Papier- und Druckpreise über die Zeit entwickeln, und eignen sich für die Plausibilitätsprüfung eines Angebots. Eigene Einkaufspreise ersetzen sie nicht, weil sie den Marktdurchschnitt abbilden.
Für Verhandlungen gilt: Rüstkosten sind verhandelbar, Papierkosten kaum. Wer die Auflage bündelt oder Standardformate nutzt, senkt den Bogenanteil und damit die Rechnung.
Häufige Fragen
Warum sinken die Kosten pro Stück im Offsetdruck so stark?
Rüstkosten bleiben unabhängig von der Auflage konstant. Verteilt auf 20.000 statt 5.000 Exemplare wirken dieselben 180 Euro Rüstkosten nur noch ein Viertel so stark.
Ab welcher Auflage ist Offsetdruck billiger als Digitaldruck?
Bei vierfarbigen, mehrseitigen Drucksachen ist das meist ab etwa 500 bis 1.000 Exemplaren der Fall. Bei einseitigen Aufträgen verschiebt sich die Grenze nach oben, bei vielen Seiten nach unten.
Welcher Umsatzsteuersatz gilt für Druckerzeugnisse?
Der Regelsteuersatz liegt bei 19 Prozent, der ermäßigte Satz bei 7 Prozent. Welcher Satz greift, hängt von der Art des Druckerzeugnisses ab, geregelt in § 12 des Umsatzsteuergesetzes.
Reicht der Erzeugerpreisindex für die Kalkulation?
Nein. Er zeigt die Marktentwicklung, nicht Ihren Einkaufspreis. Für die Angebotsprüfung brauchen Sie konkrete Mengen, Formate und Liefertermine.
Warum weichen Angebote von den bvdm-Kostenblättern ab?
Die Kostenblätter arbeiten mit Durchschnittswerten. Maschinenalter, Schichtmodell, Standort und Auslastung verschieben die Sätze nach oben oder unten.