Spektralfotometer misst Volltonfeld am Druckbogen im Fortdruck
Bild: Druckgewerbebote

Druckverfahren

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Produktionsüberwachung Druck: Kontrollpunkte vor der Einlieferung

Produktionsüberwachung Druck: Diese Kontrollpunkte vor der Einlieferung decken Proofabnahme, Standbogen, Farbmessung, Beschnitt, Verpackung und Dokumentation ab.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Fünf Prüfschritte begleiten den AuftragProofabnahme, Standbogen, Fortdruckkontrolle, Endkontrolle und Verpackung.
  • Farbmessung liefert Zahlen, der Augenschein am Bogen liefert nur Eindrücke.
  • Jeder Freigabeschritt braucht Datum, Namen und Messwerte im Protokoll.
  • Beschnitt, Falzschema und Palettenaufbau prüft der Auftraggeber vor der Anlieferung.
  • Fogra und bvdm liefern mit MedienStandard Druck und ProzessStandard Offsetdruck die Bezugsgrößen.

Fünf Kontrollpunkte im Produktionslauf

Die Reihenfolge folgt dem Fertigungsablauf. Wer einen Schritt überspringt, verliert den Bezugspunkt für alle späteren Vergleiche.

Fünf Kontrollpunkte im Produktionslauf

  1. ProofabnahmeContract Proof gegen Daten prüfen
  2. Standbogenerster stabiler Bogen, messen und signieren
  3. FortdruckkontrolleFarbwerte in festen Intervallen messen
  4. WeiterverarbeitungBeschnitt, Falzschema, Klebung, Bindung prüfen
  5. VerpackungPalette, Kantenschutz, Muster, Lieferschein abgleichen

Standbogen und Fortdruckkontrolle

Der Standbogen ist der Referenzbogen für die gesamte Auflage. Er wird gezogen, sobald die Farbwerte stabil sind, gemessen und von beiden Seiten abgezeichnet. Fehlt die Unterschrift, bleibt offen, welche Fassung verbindlich war.

Die Fortdruckkontrolle wiederholt die Messung danach in gleichbleibenden Abständen. Abweichungen gehören mit Bogenzahl und Uhrzeit ins Protokoll. Bei Mehrfarbenaufträgen lohnt zusätzlich der Blick auf Passer und Registermarken.

Sonderfarben wie HKS- oder Pantone-Töne werden als Vollton gemessen, nicht über den Vierfarbdruck beurteilt. Notieren Sie Farbton, Rezeptur und Hersteller der Mischfarbe im Protokoll.

Farbmessung: Messwerte statt Augenschein

Feine Farbabweichungen erkennt das Auge erst spät. Sicherer ist die spektralfotometrische Messung von Volltonfeldern, Rasterfeldern und Graubalance. Gemessen wird gegen die im Auftrag festgelegte Druckbedingung, im Offsetdruck meist nach ISO 12647-2.

Dokumentiert werden Farborte, Messbedingung, Toleranzen und die Abweichung als Delta E. Ein einzelner Wert belegt nichts, entscheidend ist der Bezug zum freigegebenen Proof. Diese Bezugsgröße sollte vor Produktionsstart schriftlich fixiert sein, denn § 145 BGB bindet den Anbieter an sein Angebot.

Checkliste für die Endkontrolle

  • Beschnitt prüfenkeine Textteile im Beschnitt, Zugaben am Bogen kontrolliert.
  • Falzschema gegen die Freigabedaten legen und Falzreihenfolge nachvollziehen.
  • Seitenfolge und Stand im Umschlag bei Broschüren kontrollieren.
  • Musterbogen für die eigene Ablage entnehmen und kennzeichnen.
  • Verpackung prüfenPalettenhöhe, Kantenschutz, Feuchtigkeitsschutz, Etiketten.

Verpackung und Anlieferung

Die Verpackung ist Teil der Leistung. Prüfen Sie Palettenhöhe, Umreifung, Feuchtigkeitsschutz und die Kennzeichnung der Packstücke. Bogenaufträge kommen in Ries verpackt, Rollenaufträge mit Wiegeschein.

Auf dem Lieferschein gehören Anlieferungsdatum, Anzahl der Packstücke und sichtbare Transportschäden vermerkt. Musterbogen und Zählbogen werden getrennt gekennzeichnet, damit sie in der Ablage nicht verwechselt werden.

Dokumentation nach Fogra und bvdm

Der Bundesverband Druck und Medien beschreibt im MedienStandard Druck die Prüfmittel und Toleranzen für den Offsetdruck. Das Fogra Forschungsinstitut für Medientechnologien liefert Messbedingungen und Prüfmittel. Beide Werke sind die Bezugsgrößen für Abnahmeprotokolle.

Zum Auftrag gehören freigegebener Proof, signierter Standbogen, Messprotokolle, Prüfprotokoll der Endkontrolle und Lieferschein. Die Ablage muss nachvollziehbar sein, denn § 238 HGB verlangt nachvollziehbare Aufzeichnungen zu Geschäftsvorfällen. Der Einkauf gleicht die Rechnung mit dem Auftrag ab, die Steuersätze nennt § 12 UStG.

Abweichungen vor der Einlieferung klären

Zeigt die Fortdruckkontrolle eine Abweichung, entscheidet der Auftraggeber über Nacharbeit, Nachlieferung oder Annahme mit Preisabschlag. Entscheidung, Uhrzeit und Ansprechpartner gehören ins Protokoll.

Verschiebt sich der Termin, wird der neue Liefertermin schriftlich bestätigt. Mündliche Zusagen reichen für die spätere Ablage nicht aus.

Wer wofür verantwortlich ist

Verantwortlichkeiten gehören vor Produktionsstart in den Auftrag. Sonst bleibt bei Abweichungen offen, wer freigibt und wer nacharbeitet.

KontrollpunktNachweisVerantwortlich
ProofabnahmeFreigabeprotokoll mit DatumAuftraggeber, Produktion
Standbogensignierter OK-BogenDruckerei, Maschinenführer
FarbmessungMessprotokoll mit Delta EQualitätssicherung der Druckerei
EndkontrollePrüfprotokoll und LieferscheinAuftraggeber, Einkauf

Häufige Fragen

Wann ist ein Proof verbindlich?

Mit der schriftlichen Freigabe. Datum und Name auf dem Proof oder im Freigabeprotokoll machen ihn zur Prüfgrundlage.

Wie oft wird im Fortdruck gemessen?

Das legt der Auftrag fest. Üblich sind gleichbleibende Intervalle über die Auflage, Messwerte und Bogenzahlen gehören ins Protokoll.

Was gehört auf den Standbogen?

Datum, Unterschrift, Messwerte und die Angabe der Druckbedingung. Ein unsignierter Bogen belegt nichts.

Muss der Auftraggeber bei der Endkontrolle dabei sein?

Nicht zwingend. Bei Farbverbindlichkeit und Sonderfarben ist eine Abnahme vor Ort aber sinnvoll, sonst prüft er Musterbogen vor dem Versand.

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