Prüfschritte der Druckvorstufe von Dateiprüfung bis Farbabnahme im Überblick
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Druckverfahren

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Prüfschritte von der Datei bis zur Fortdruckkontrolle bei Datenvorbereitung und großformatigem Digitaldruck

Datenvorbereitung Digitaldruck: acht Prüfschritte von der Datei über PDF/X-4, ICC-Profil und Fogra-Medienkeil bis zur Fortdruckkontrolle und Farbabnahme.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Schrittfolge reicht von der Dateiprüfung über PDF/X-4, ICC-Profil, Auflösung und Beschnittzugabe bis zur Farbabnahme.
  • Der Fogra-Medienkeil liefert die Messwerte, die im Prüfprotokoll mit Sollwert, Istwert und Toleranz stehen.
  • Die Farbabnahme nach ISO 12647-2 ist für den Bogenoffset definiert und wird für Digitaldrucke gesondert vereinbart.
  • Im Fortdruck wird ab der ersten Stunde turnusmäßig gemessen, nicht nur beim Andruck.

Prüfschritte in fester Reihenfolge

Die folgende Schrittfolge ordnet die Prüfpunkte so, wie sie im Auftrag anfallen. Zuständig ist die Druckvorstufe, die Fortdruckkontrolle übernimmt der Bediener der Digitaldruckmaschine. In der Berufsausbildung für Datenvorbereitung Digitaldruck und großformatigen Digitaldruck sind diese Arbeitsinhalte beschrieben.

Acht Prüfschritte im Auftrag

  • 1 Vollständigkeit der Datei
  • 2 Ausgabefähigkeit PDF/X-4
  • 3 Farbumsetzung ICC-Profil
  • 4 Auflösung im Endformat
  • 5 Beschnittzugabe in Millimetern
  • 6 Nutzen und Platzierung
  • 7 Revisionsmuster abgezeichnet
  • 8 Fortdruckkontrolle mit Messwerten

Vor der ersten Dateiprüfung liegt in der Regel ein Angebot der Druckerei vor. Nach § 145 BGB ist der Anbieter daran gebunden, solange er die Bindung nicht ausgeschlossen hat.

Nr.PrüfpunktSollwert oder BelegZuständig
1Vollständigkeit der DateiSeitenzahl, Endformat, FarbigkeitDruckvorstufe
2AusgabefähigkeitPDF/X-4, Preflight ohne FehlerDruckvorstufe
3FarbumsetzungICC-Ausgabeprofil für den BedruckstoffDruckvorstufe
4Auflösungim Endformat, AuftragswertDruckvorstufe
5BeschnittzugabeWert in MillimeternDruckvorstufe
6Nutzen und PlatzierungNutzenmuster, KontrollelementeDruckvorstufe
7Revisionsmustergeprüft und abgezeichnetDruckvorstufe, Kunde
8FortdruckkontrolleMesswerte mit UhrzeitDigitaldruck

Datei, Farbe und Auflösung: Schritte 1 bis 4

Vor jeder Aufbereitung steht die Frage, ob die Datei entscheidungsreif ist: Seitenzahl, Endformat, Farbigkeit und Bedruckstoff müssen mit dem Auftrag übereinstimmen. Fehlt eine Angabe, geht die Datei zurück, bevor weitere Arbeitszeit in die Aufbereitung fließt.

Auflösung im Endformat

1500 ppi

Motiv im Maßstab 1:10 angelegt

Im Druck sollen 150 ppi erreicht werden

In der Datei müssen 1500 ppi vorliegen

Als Ausgabeformat dient PDF/X-4 nach ISO 15930-7. Die Norm erlaubt lebende Transparenzen und Ebenen, deshalb prüft die Vorstufe die Datei im Preflight und zusätzlich im RIP, das später ausgibt.

Für die Farbumsetzung wird ein ICC-Ausgabeprofil zugeordnet, das zu Bedruckstoff und Maschine passt. Ein pauschales CMYK ohne Profilbezug lässt keine belastbare Farbabnahme zu.

Die Auflösung wird im Endformat beurteilt, nicht in der Skalierung der Datei. Rechenbeispiel: Ein Motiv wird im Maßstab 1:10 angelegt und soll im Druck 150 ppi erreichen. In der Datei müssen dann 1500 ppi vorliegen.

Die Beschnittzugabe wird auftragsbezogen festgelegt und im Prüfprotokoll mit ihrem Wert vermerkt. Bei kaschierten oder gerahmten Großformaten richtet sich die Zugabe nach der Weiterverarbeitung.

Bleibt der Bedruckstoff zu prüfen: Für Materialien mit Umweltnachweis lassen sich die Vergabekriterien des Blauen Engels der RAL gGmbH heranziehen.

Nutzen, Revisionsmuster und Freigabe: Schritte 5 und 6

Nach der Farb- und Auflösungsprüfung folgt die Platzierung. Das Motiv wird in Format und Nutzen gesetzt, mehrteilige Bogen werden aufgeteilt, systemspezifische Weiterverarbeitungs- und Kontrollelemente werden eingefügt. Erst danach entsteht die Druckausgabedatei.

Das Revisionsmuster wird erstellt und geprüft, nicht nur versendet. Wer prüft, vermerkt Datum, Dateiversion und die Abweichungen, die der Kunde akzeptiert hat.

Ohne schriftliche Rückgabe des Kunden bleibt der Auftrag in der Freigabe stehen. Dieser Schritt lässt sich nicht allein im Betrieb abschließen.

Farbabnahme und Fortdruckkontrolle: Schritte 7 und 8

Als Farbnachweis dient der Fogra-Medienkeil, der mit dem Revisionsmuster ausgegeben und mit einem Spektralfotometer vermessen wird. Die Messwerte werden den Sollwerten des ICC-Profils gegenübergestellt.

Die Farbabnahme nach ISO 12647-2 ist für den Bogenoffset definiert. Wird sie für großformatige Digitaldrucke als Bezug vereinbart, müssen Farbraum, Weißpunkt und zulässige Abweichungen im Auftrag stehen.

Im Fortdruck wird turnusmäßig gemessen. Als betriebliches Schema bietet sich an: erste Messung zehn Minuten nach dem Start, danach eine Kontrolle je angefangener Stunde und zusätzlich nach jedem Materialwechsel.

Zu den Aufgaben an der Maschine gehören außerdem die Überwachung von Lauf und Trocknung, die Prüfung von Farbhaftung und Beständigkeit sowie Wartung und Reinigung nach Vorgabe des Geräteherstellers.

Prüfprotokoll und Aufbewahrung

Das Prüfprotokoll begleitet den Auftrag von der ersten Dateiprüfung bis zur Auslagerung. Es enthält mindestens fünf Angaben:

  • Auftragsnummer, Datum und Name des Prüfers
  • Dateiname, Versionsstand und verwendetes Ausgabeprofil
  • Auflösung im Endformat und Wert der Beschnittzugabe
  • Messwerte des Fogra-Medienkeils mit Sollwert, Istwert und Toleranz
  • Ergebnis der Fortdruckkontrolle mit Uhrzeit und Freigabevermerk

Die dokumentierte Ablage ist nicht nur praktisch. Die Pflicht zur nachvollziehbaren Dokumentation von Geschäftsvorfällen ergibt sich aus § 238 HGB.

Häufige Fragen

Was gehört zur Datenvorbereitung Digitaldruck?

Dateiprüfung, Ausgabe als PDF/X-4, Zuordnung des ICC-Profils, Kontrolle von Auflösung und Beschnittzugabe, Nutzenaufbau, Revisionsmuster, Freigabe und die Sicherung der Produktionsdaten.

Welche Werte stehen im Prüfprotokoll?

Auftragsnummer, Datum, Prüfer, Dateiversion, Ausgabeprofil, Auflösung im Endformat, Beschnittzugabe, Messwerte des Fogra-Medienkeils sowie Ergebnis und Uhrzeit der Fortdruckkontrolle.

Warum reicht eine hohe Auflösung allein nicht?

Weil die Auflösung nur die Detailwiedergabe bestimmt. Die Farbumsetzung hängt am ICC-Profil, und eine Datei mit falschem Profil kann die Farbabnahme nicht bestehen.

Gilt ISO 12647-2 auch für großformatige Digitaldrucke?

Die Norm beschreibt den Bogenoffset. Als Referenz für Digitaldrucke lässt sie sich vereinbaren, dann gehören Farbraum, Weißpunkt und Toleranzen ausdrücklich in den Auftrag.

Wann ist der Auftrag freigegeben?

Nach schriftlicher Rückgabe des Revisionsmusters und bestandener Fortdruckkontrolle. Vorher bleibt die Ausgabe gesperrt.

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