Foto zum Beitrag Welche Prüfschritte kennzeichnen den technischen Siebdruck und seine Nachbarproduktgruppen?
Foto von painezhang auf Pixabay

Druckverfahren

Teil von Siebdruck-Verfahren im Vergleich: Entscheidungshilfe für die sieben Produktgruppen der Auswahlliste II

Welche Prüfschritte kennzeichnen den technischen Siebdruck und seine Nachbarproduktgruppen?

Erfahren Sie, welche Prüfgrößen und Dokumentationspflichten der technische Siebdruck mit Körper-, Keramik-, Glas-, Textil- und Tampondruck teilt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Technischer Siebdruck verlangt das Messen von Schichtstärke und Eigenschaften der Verdruckstoffe sowie die Dokumentation.
  • Textilsiebdruck prüft nach dem Fixieren die Waschechtheit; Keramik- und Glasdruck setzen Freigabemuster ein.
  • Körpersiebdruck prüft Bedruckbarkeit und Vorbehandlung; Tampondruck prüft die Beständigkeit der Druckfarben.
  • Die Ausbildungsordnung nennt Prüfgrößen je Produktgruppe, aber keine konkreten Beständigkeitswerte.

Kernprüfungen im technischen Siebdruck

Der technische Siebdruck erfordert zunächst die auftragsbezogene Auswahl und Vorbereitung des Bedruckstoffs. Danach wird die Druckmaschine auf das Material eingestellt und eingerichtet. Zusatzaggregate für den technischen Siebdruck sind einzurichten. Die Siebdrucker-Ausbildungsverordnung verlangt ausdrücklich, Schichtstärke und Eigenschaften der Verdruckstoffe zu messen, zu optimieren und zu dokumentieren. Auch fertigungsspezifische Weiterverarbeitungsschritte sind festzulegen.

Ein Qualitätsprotokoll könnte für Polycarbonat-Folie die Nassschichtstärke 24 µm bei einem Sollwert von 20 bis 30 µm, Trocknung bei 80 °C über 120 s und eine Gitterschnittprüfung mit Ergebnis Gt 1 enthalten. Diese Zahlen sind ein Beispiel und keine gesetzlichen Vorgaben. Die Ausbildungsordnung nennt keine konkreten Schichtdicken oder Normen.

Was die Nachbarproduktgruppen prüfen

Die Prüflogik bleibt ähnlich, aber jede Gruppe setzt andere Schwerpunkte. Textilsiebdruck trocknet und fixiert nach Farbsystem und prüft anschließend die Waschechtheit. Keramischer Siebdruck wählt Einbrennfarben sowie Gold- und Silberfarben aus, druckt sie an, misst und prüft sie und erstellt Freigabemuster für den Seriendruck. Glassiebdruck richtet glasdruckspezifische Zusatzaggregate ein, stellt Trocknungsaggregate auftrags- und druckfarbenbezogen ein und kontrolliert ebenfalls Freigabemuster.

Körpersiebdruck beginnt mit der Prüfung der Bedruckbarkeit und dem Anwenden von Vorbehandlungstechniken. Während des Fortdrucks werden Maschinenlauf, Materialtransport, Trocknung und Druckergebnis überwacht und optimiert. Maschineneinstellungen und Prüfergebnisse sind zu dokumentieren. Tampondruck stimmt Druckfarben auf das Material ab und prüft die Beständigkeit. Auch hier werden Fortdruck, Maschinenlauf, Druckergebnis und Trocknung überwacht; Maschineneinstellungen und Prüfergebnisse werden dokumentiert.

Gemeinsame Prüfgrößen im Überblick

Die folgende Tabelle ordnet jeder Produktgruppe die charakteristische Prüfgröße zu.

ProduktgruppeCharakteristische Prüfgröße
Technischer SiebdruckSchichtstärke und Eigenschaften der Verdruckstoffe
TextilsiebdruckWaschechtheit nach Fixierung
Keramischer SiebdruckEinbrennfarben, Gold- und Silberfarben messen und prüfen
GlassiebdruckFreigabemuster und Trocknungsaggregate
KörpersiebdruckBedruckbarkeit und Vorbehandlung
TampondruckBeständigkeit der Druckfarben

Dokumentation und Messpflichten

Die Ausbildungsordnung sieht in mehreren Gruppen ausdrücklich vor, Maschineneinstellungen und Prüfergebnisse zu dokumentieren. Im technischen Siebdruck sind zusätzlich die gemessenen Schichtstärken und Eigenschaften der Verdruckstoffe zu dokumentieren. Das Bundesinstitut für Berufsbildung beschreibt die berufliche Handlungsfähigkeit unter anderem als Kontrollieren und Optimieren des Produktionsprozesses entsprechend den Qualitätsstandards und Vorgaben sowie Durchführen von Mess- und Prüftätigkeiten im Rahmen der Qualitätssicherung.

Die Verordnung nennt keine konkreten Beständigkeits- oder Haltbarkeitswerte und keine Normverweise auf Prüfstandards. Betriebe müssen daher eigene Sollvorgaben aus Kundenanforderungen oder internen Standards ableiten.

Grenzen der gesetzlichen Vorgaben

Die erfassten Rechtsquellen legen Prüfschritte und Dokumentationspflichten fest, aber keine Zahlenwerte. Wer konkrete Schichtdicken, Haftfestigkeiten oder Normen benötigt, muss Herstellerangaben oder technische Regelwerke heranziehen. Die hier genannten Pflichten stammen aus der Siebdrucker-Ausbildungsverordnung und dem BIBB-Profil.

Häufige Fragen

Welche Prüfung ist im technischen Siebdruck gesetzlich vorgeschrieben?

Die Ausbildungsordnung verlangt das Messen, Optimieren und Dokumentieren von Schichtstärke und Eigenschaften der Verdruckstoffe. Konkrete Messverfahren oder Grenzwerte sind dort nicht festgelegt.

Unterscheidet sich der Tampondruck bei der Prüfung?

Ja. Der Tampondruck verlangt das Abstimmen der Druckfarben auf das Material und das Prüfen der Beständigkeit. Zusätzlich sind Fortdruck und Maschinenlauf zu überwachen und zu dokumentieren.

Woher kommen Sollwerte für Schichtstärke oder Waschechtheit?

Die Verordnung nennt keine Zahlen. Betriebe leiten Sollwerte aus Kundenanforderungen, internen Standards oder Herstellerangaben ab.

Mehr aus Druckverfahren