
Druckverfahren
Transfertechnik, Schneidplotttechnik und Tampondruck: Arbeitsschritte der Wahlqualifikationen im Siebdruck
Die drei Wahlqualifikationen Transfertechnik, Schneidplotttechnik und Tampondruck mit ihren Arbeitsschritten und einem Beispielauftrag aus dem Siebdruck.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Transfertechnik, Schneidplotttechnik und Tampondruck sind unabhängige Wahlqualifikationen im Berufsbild Medientechnologe Siebdruck; sie bilden keine zwingende Reihenfolge.
- Als Wahlqualifikationen aus Auswahlliste I ergänzen sie die Pflichtqualifikationen des Siebdrucks und beschreiben je eigene, verfahrensspezifische Arbeitsschritte.
- Die Wahlqualifikation beschreibt konkrete Arbeitsschritte, von der Datenübernahme bis zur material- und transportgerechten Lagerung.
Wann die Verfahren den Siebdruck ergänzen
Die drei Nischenqualifikationen greifen, wenn ein Auftrag besondere Anforderungen stellt. Die Transfertechnik eignet sich, wenn ein Motiv zunächst auf ein Transfer- oder Sublimationspapier gedruckt und anschließend auf ein anderes Objekt übertragen wird. Die Schneidplotttechnik produziert Schriften oder Grafiken aus Selbstklebefolie. Der Tampondruck umfasst das Auswählen und Bereitstellen von Druckobjekten, das Einrichten der Tampondruckmaschine und das Überwachen des Fortdrucks; eine bestimmte Objektform ist im Ausbildungsrahmenplan nicht vorgegeben.
Der Ausbildungsrahmenplan listet die Arbeitsschritte jeweils als Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. So umfasst die Transfertechnik das Erstellen produktionsbezogener Druckdaten, das Festlegen spezifischer Druckfarben und der Farbreihenfolge sowie das Auswählen, Herstellen und Prüfen von Druckformträger und Druckform. Druckdaten und Farbreihenfolge sind verfahrensspezifisch festzulegen. Transfer- oder Sublimationspapier wird auftragsbezogen vorbehandelt und bereitgestellt, die Trocknung wird bestimmt und eingehalten.
Arbeitsschritte der drei Wahlqualifikationen
Die folgende Tabelle ordnet die Kernschritte je Qualifikation. Sie basiert auf den im Ausbildungsrahmenplan genannten Tätigkeiten.
| Qualifikation | Zentrale Arbeitsschritte |
|---|---|
| Transfertechnik | Druckdaten erstellen, Farben festlegen, Transferpapier vorbehandeln, andrucken, auf Objekt übertragen, Trocknung kontrollieren, lagern |
| Schneidplotttechnik | Daten konvertieren, Vektorisieren, Gestaltung abstimmen, Schneidefilm herstellen, in Selbstklebefolie schneiden, entgittern, weiterverarbeiten |
| Tampondruck | Verfahrenswege festlegen, Druckform herstellen, Tampon auswählen, Maschine einrichten, Farben abstimmen, andrucken, Fortdruck überwachen, lagern |
Die Schneidplotttechnik beginnt mit der Datenübernahme und Konvertierung für den Schneideplotter. Vorlagen werden vektorisiert, die Gestaltung wird auf die technischen Möglichkeiten des Plotters abgestimmt. Schrift und grafische Elemente werden kombiniert und als Schneidefilm hergestellt. Anschließend wird in Selbstklebefolie geschnitten, entgittert und produktspezifisch weiterverarbeitet. Die Transfertechnik endet mit der Kontrolle von Anpressdruck und Temperatur an Kalander oder Transferpresse sowie der material- und transportgerechten Lagerung. Der Tampondruck prüft die Beständigkeit der Druckfarben am Material und dokumentiert Maschineneinstellungen sowie Prüfergebnisse.
Auswahlraster mit einem Beispiel
Ein fiktiver Auftrag mit 150 runden Metallkugelschreibern und zweifarbigem Firmenlogo zeigt die Entscheidungsschritte. Prüffrage eins: Ist das Objekt dreidimensional und die Auflage klein? Ja, daher kommt ein Direktdruck auf die gewölbte Fläche in Betracht. Prüffrage zwei: Wird eine Folie benötigt? Nein, die Kugelschreiber sollen direkt bedruckt werden. Prüffrage drei: Welche Farb- und Beständigkeitsanforderung besteht? Angenommen wird eine hohe mechanische Beständigkeit, weil der Stift täglich benutzt wird.
Diese Annahmen sind eigene Vorgaben, keine gemessenen Kennwerte. Vor der Verfahrenswahl sind materialbezogene Farb-, Haftungs- und Beständigkeitseignung zu prüfen sowie ein geeignetes Einrichten, Testen und eine Freigabe durchzuführen. Die vorläufige Wahl ist Tampondruck. Die Produktionsfreigabe folgt erst nach bestandener materialbezogener Prüfung.
Die Arbeitsschritte aus der Wahlqualifikation Tampondruck lassen sich anwenden: Verfahrenswege abstimmen, Druckdaten prüfen, Tampondruckform herstellen, Tampon auswählen, Objekte bereitstellen, Maschine einrichten, Farben abstimmen und Beständigkeit prüfen. Danach folgen Farbtöne mischen, andrucken, Fortdruck und Trocknung nach Qualitätsstandards überwachen, Einstellungen und Prüfergebnisse dokumentieren und die bedruckten Stifte material- und transportgerecht lagern.



