
Weiterverarbeitung
Teil von Weiterverarbeitung Druck: Falzen, Binden und Veredeln für drei fiktive Aufträge planen
Druckveredelung planen: Optionen, Druckdaten und konkrete Prüfkriterien
Partielle Veredelungen für Druckprodukte praxisnah planen: UV-Lack, Relieflack und Heißfolie, Druckdatenvorgaben von Onlineprinters und berufliche Prüfkriterien.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Partieller Relieflack erzeugt eine fühlbare, erhabene Oberfläche und eignet sich für Motive, die haptisch hervorgehoben werden sollen.
- UV-Lack liefert einen glatten Glanzeffekt, während Heißfolie eine metallische Optik in Gold oder Silber bietet.
- Die Druckdaten müssen für UV-Lack und Relieflack ein Farbfeld "coating", für Heißfolie ein Farbfeld "foil" mit Vollton und 100 % Cyan enthalten.
- Die Siebdrucker-Ausbildungsverordnung verlangt die Prüfung auf Trocknung, Glanz, Block- und Scheuerfestigkeit bei veredelten Produkten.
Drei partielle Veredelungsoptionen im Vergleich
Partielle Veredelungen heben gezielt einzelne Gestaltungselemente hervor. UV-Lack sorgt für eine glatte, glänzende Oberfläche und verstärkt die Farbbrillanz. Laut Onlineprinters ist er vollflächig oder partiell möglich und bietet eine gleitendere Haptik als glänzende Cellophanierung. Partieller UV-Lack schützt vor Abrieb und eignet sich für dunkle Farben.
Relieflack wird ebenfalls partiell aufgetragen, erzeugt aber durch dickeren Auftrag eine erhabene, spürbare 3D-Struktur. Der Anbieter beschreibt ihn als widerstandsfähig gegen Abrieb und Kratzer. Relieflack verleiht Logos und Schriften eine fühlbare Kontur. Diese Option kommt infrage, wenn die Haptik im Vordergrund steht.
Heißfolienprägung bringt unter Hitze und Druck eine metallische Folie auf. Sie liefert glänzende Akzente in Gold oder Silber mit feiner Haptik. Heißfolie wird vom Anbieter als widerstandsfähig gegen Abrieb und Kratzer bezeichnet. Sie ist die richtige Wahl, wenn ein edler Metallic-Look gewünscht ist.
Partieller UV-Lack
- Optik
- Glatter Glanz
- Haptik
- Gleitend, weich
- Farbfeldname
- coating
- Linienstärke
- min. 3 pt (1,06 mm)
- Abstand Endformat
- min. 3 mm
Partieller Relieflack
- Optik
- Hochglänzend, erhaben
- Haptik
- Spürbare 3D-Kontur
- Farbfeldname
- coating
- Linienstärke
- min. 3 pt (1,06 mm)
- Abstand Endformat
- min. 3 mm
Partielle Heißfolie
- Optik
- Metallisch Gold/Silber
- Haptik
- Feiner Reliefeffekt
- Farbfeldname
- foil
- Linienstärke
- min. 3 pt (1,06 mm)
- Abstand Endformat
- min. 2 mm
Druckdaten für die Veredelung korrekt anlegen
Für die technische Umsetzung sind separate Farbfelder nötig. UV-Lack und Relieflack verwenden den Namen "coating" mit Vollton und 100 % Cyan. Bei Heißfolie heißt das Feld "foil", ebenfalls Vollton und 100 % Cyan. Alle Veredelungselemente müssen auf "Überdrucken" stehen.
Die Mindestlinienstärke beträgt bei allen drei Optionen 3 pt (1,06 mm), die Schriftgröße mindestens 14 pt. Der Leerraum zwischen Veredelungselementen sollte mindestens 3 pt betragen. Für UV-Lack und Relieflack gilt ein Abstand von mindestens 3 mm zum Endformat sowie zu Stanz-, Nut- und Rilllinien. Bei Heißfolie reduziert sich dieser Abstand auf 2 mm.
Diese Angaben sind spezifisch für Onlineprinters und nicht auf andere Anbieter übertragbar. Vor der Datenausgabe sollten Sie die Produktseiten im Onlineshop prüfen, da produktabhängige Einschränkungen bestehen können.
Berufliche Prüfkriterien nach der Ausbildungsverordnung
Die Wahlqualifikation Druckveredelung im Ausbildungsberuf Medientechnologe Siebdruck verlangt zuerst die Prüfung von Druckprodukten und Bedruckstoffen auf Veredelungsfähigkeit. Danach sind Effektfarben und Lacke produktspezifisch einzusetzen und ihre Eigenschaften, insbesondere die Viskosität, zu prüfen.
Nach der Produktion muss das veredelte Druckerzeugnis auf Trocknung, Glanz, Block- und Scheuerfestigkeit geprüft werden. Diese Kriterien sind in der Verordnung festgelegt, ohne ein bestimmtes manuelles Prüfverfahren vorzuschreiben. Abweichungen vom gewünschten Ergebnis sind zu erkennen und zu korrigieren, anschließend wird der Prozess dokumentiert.
Für ein konkretes Beispiel: Eine fiktive Einladungskarte DIN A6 mit floralem Monogramm soll eine fühlbare Struktur ohne Metallic-Farbe erhalten. Partieller UV-Lack erzeugt nur Glanz, Heißfolie widerspricht dem Verzicht auf Metallic. Daher ist partieller Relieflack die passende Option, vorbehaltlich der Eignung der gewählten Produktvariante.
Die Prüfung der Veredelungsfähigkeit vor dem Druck und die abschließende Qualitätskontrolle sind berufliche Pflichten. Sie stellen sicher, dass das Endprodukt den Anforderungen entspricht.



