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Weiterverarbeitung

Teil von Weiterverarbeitung Druck: Falzen, Binden und Veredeln für drei fiktive Aufträge planen

Klammerheftung in der Druckweiterverarbeitung: Broschüren rüsten, Lauf überwachen, Qualität prüfen

Der Artikel zeigt, wie Sie eine Klammerheftung für klammergeheftete Broschüren rüsten, den Maschinenlauf überwachen, Störungen beheben und die Qualität prüfen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Wahlqualifikation Druckweiterverarbeitung verlangt, Verfahrenswege und Arbeitsschritte auftragsspezifisch festzulegen.
  • Einrichtungen werden nach Vorgabe der Auftragsbeschreibung gerüstet; der Maschinenlauf ist zu überwachen und zu optimieren.
  • Die Klammerheftung verbindet ineinandergesteckte Druckbogen mit Drahtklammern im Rückenfalz.
  • Arbeitsergebnisse sind zu prüfen, nach Kundenvorgaben zu beurteilen und materialgerecht zu lagern.

Verfahrensweg für eine Broschüre festlegen

Für eine klammergeheftete Broschüre beginnt der Ablauf mit der Prüfung der Auftragsunterlagen: Vollständigkeit prüfen, Druckdaten auf Verwendbarkeit kontrollieren und Seiten- und Nutzenanordnung berücksichtigen. Ein Beispielauftrag mit DIN A5, 32 Innenseiten aus 90 g/m² Bilderdruckpapier und vierseitigem Umschlag aus 250 g/m² ergibt 36 Seiten, durch vier teilbar. Der Bundzuwachs für den Innenteil ergibt sich aus Seitenanzahl Innenteil geteilt durch 4 mal Papiergrammatur geteilt durch 1000. Für 32 Seiten bei 90 g/m² ergibt sich 0,72 mm als Rechenwert.

Einrichtungen nach Auftragsbeschreibung rüsten

Das Rüsten folgt der Auftragsbeschreibung und der Maschinenanleitung. Drahtlänge und Klammernabstand hängen von Seitenzahl und Papierstärke ab. Beim Klammerheften werden mehrere ineinandergesteckte Druckbogen in einem Arbeitsgang durch Draht im Rückenfalz verbunden. Die Drahtenden liegen umgebogen innen. Je dicker das Produkt, desto länger die Klammern. Üblich sind zwei Klammern, bei großen Formaten vier. Für unseren Beispielauftrag wird eine Hefteinrichtung mit zwei Heftköpfen gerüstet. Die Druckdaten für den Innenteil werden als fortlaufende Einzelseiten in einer PDF-Datei angeliefert. Der Umschlag wird getrennt geprüft.

Maschinenlauf überwachen und Störungen beheben

Während des Fortdrucks sind Maschinenlauf, Heftung und Beschnitt zu überwachen. Störungen müssen erkannt und behoben werden. Ein hypothetisches Beispiel: Bei einer Erststichprobe von fünf Broschüren sind bei drei Exemplaren die zweiten Klammern nicht vollständig geschlossen. Mögliche Ursachen sind falsche Drahtlänge, unzureichender Anpressdruck oder Materialabweichung. Die Bedienperson prüft Heftstation und Material nach Maschinenanleitung, dokumentiert Ursache und Maßnahme und legt neue Prüfmuster vor. Erst nach Freigabe gemäß Auftragskriterien wird die Serie fortgesetzt.

Qualitätskontrolle und Lagerung

Nach dem Heften wird das Produkt an drei Seiten beschnitten. Die Arbeitsergebnisse sind zu prüfen und nach Kundenvorgaben zu beurteilen. Zu prüfen sind Klammernsitz, Bundzuwachs und Beschnitt. Der Bundzuwachs entsteht durch das Ineinanderstecken der Bogen: Innere Seiten stehen weiter heraus, was der Endbeschnitt ausgleicht. Die Formel liefert einen Rechenwert für die Datenanlage. Anschließend werden die Produkte material- und transportgerecht gelagert, zum Beispiel stehend in Kartons, ohne Druck auf den Rücken. Die Dokumentation umfasst Auftragsprüfung, Rüstzustand, Stichprobe und Freigabe.

Beispielprotokoll: 2000 klammergeheftete Broschüren

SchrittPrüfpunktBeispielwert
AuftragsprüfungSeitenzahl durch 4 teilbar32 + 4 = 36 Seiten
MaterialabgleichGrammaturen dokumentierenInnenteil 90 g/m², Umschlag 250 g/m²
RüstenHeftköpfe, Drahtlänge, Anpressdruckgemäß Maschinenanleitung
ErstprüfungStichprobe 5 Stück3 nicht vollständig geschlossene Klammern
EntscheidungFortdruck zurückhaltenPrüfung und neue Prüfmuster
BundzuwachsRechenwert für Innenteil32/4 × 90/1000 = 0,72 mm

Häufige Fragen

Wie prüfe ich die Seitenzahl für die Klammerheftung?

Die Seitenzahl muss durch vier teilbar sein, da Doppelseiten als Bogen ineinandergesteckt werden. Für unseren Auftrag: 32 Innenseiten plus 4 Umschlagseiten ergibt 36 Seiten.

Wie berechne ich den Bundzuwachs?

Die Formel lautet: Seitenanzahl Innenteil geteilt durch 4 mal Papiergrammatur geteilt durch 1000. Für 32 Seiten bei 90 g/m² ergibt sich 0,72 mm als Rechenwert.

Was tun bei nicht vollständig geschlossenen Klammern?

Fortdruck zurückhalten. Die Bedienperson prüft Heftstation und Material nach Maschinenanleitung, dokumentiert Ursache und Maßnahme und legt neue Prüfmuster vor. Erst nach Freigabe weiterproduzieren.

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