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Weiterverarbeitung

Teil von Weiterverarbeitung Druck: Falzen, Binden und Veredeln für drei fiktive Aufträge planen

Produktbearbeitung Druckverarbeitung: Perforation und Nummerierung praxisnah umsetzen

So setzen Sie als Medientechnologe Siebdruck einen Auftrag mit Perforation und Nummerierung um: Regeln zu Abständen, Schriftgrößen und Abweichungen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Für die Wahlqualifikation Produktbearbeitung sind Verfahrenswege wie Stanzen, Rillen, Lasern und Schneidplotten auftragsspezifisch festzulegen.
  • ONLINEPRINTERS verlangt für Nummerierungsfelder mindestens 24 mm x 6 mm Fläche und 5 mm Abstand zum Endformatrand.
  • Bei Perforation muss das Nummerierungsfeld mindestens 7 mm entfernt liegen; zwischen zwei Feldern sind 14 mm nötig.
  • Beim Zuschnitt auf Endformat sind Abweichungen bis 1 mm möglich, die auch Falzung oder Perforation verschieben können.

Rechtliche Grundlage der Wahlqualifikation

Die Produktbearbeitung ist eine Wahlqualifikation im Ausbildungsberuf Medientechnologe Siebdruck. Der Ausbildungsrahmenplan verlangt, Verfahrenswege und Arbeitsschritte für Schneiden, Stanzen, Rillen, Nuten, Abkanten, Tiefziehen, Sägen, Fräsen, Lasern, Schneidplotten, Kaschieren, Laminieren, Ösen, Börteln, Umsäumen und Nähen auftragsspezifisch festzulegen. Zusätzlich sind produktbezogene Materialien, Maschinen und Arbeitsgeräte auszuwählen. Arbeitsergebnisse müssen geprüft, beurteilt und nach Kundenvorgaben qualitätskontrolliert werden. Diese Pflichten gelten unabhängig vom konkreten Auftrag und steuern die Auftragsplanung.

Musterauftrag: 500 nummerierte Eintrittskarten

Für ein Praxisbeispiel gelten folgende hypothetische Kundenvorgaben: 500 Eintrittskarten im Format DIN A6 quer (148 mm x 105 mm), einseitig bedruckt auf 250 g/m² Bilderdruckpapier matt. Gewünscht ist eine horizontale Perforation bei 52,5 mm ab Oberkante und eine fortlaufende fünfstellige Nummerierung von 00100 bis 00599 in Schwarz, Schriftgröße 12 pt. Das Nummerierungsfeld ist 24 mm breit und 6 mm hoch, positioniert 8 mm vom rechten Rand und 12 mm unterhalb der Perforation.

Die Kontrollrechnung bestätigt die Nummernmenge: 599 minus 100 plus 1 ergibt 500 Nummern. Die gewählten Abstände überschreiten die Mindestvorgaben. Der rechte Randabstand beträgt 8 mm statt geforderter 5 mm. Der Perforationsabstand liegt bei 12 mm statt der geforderten 7 mm.

Anbieterregeln für Nummerierungsfeld und Abstände

Die Nummerierung muss aus numerischen Elementen bestehen und darf keine Buchstaben oder Sonderzeichen enthalten. Sie wird horizontal oder vertikal in Schriftgröße 12 pt und Farbe Schwarz angebracht. Das Feld muss mindestens 24 mm x 6 mm groß sein und 5 mm Abstand zum Rand des Endformats halten. Bei Produkten mit Perforation muss das Feld mindestens 7 mm von der Perforation entfernt liegen. Zwischen zwei Nummerierungsfeldern beträgt der Mindestabstand 14 mm.

Diese Regeln gelten für den genannten Anbieter, nicht als universelle Norm. Vor Beauftragung ist zu prüfen, ob die gewählte Produktvariante eine frei wählbare Perforationsposition zulässt. Laut ONLINEPRINTERS ist die Position je nach Produkt frei wählbar oder bereits vorgegeben.

Qualitätskontrolle und mögliche Abweichungen

Beim Zuschneiden auf das Endformat kann es zu Abweichungen von bis zu 1 mm kommen. Diese Abweichungen können sich auf Falzung und Perforation auswirken. Deshalb müssen Positionen nach dem Zuschnitt kontrolliert werden. Marken und Hilfslinien wie Schnitt-, Falz- oder Passermarken dürfen beim Export der Druckdaten nicht ausgegeben werden. Das Nummerierungsfeld ist dagegen gewünschter Druckinhalt und muss in der exportierten Datei enthalten bleiben.

Für die Qualitätskontrolle ist der fertige Bogen zu messen. Die Perforationsposition wird mit dem Sollwert 52,5 mm ab Oberkante verglichen. Das Nummerierungsfeld wird auf 24 mm x 6 mm, 8 mm Randabstand und 12 mm Perforationsabstand geprüft. Abweichungen außerhalb der Toleranz sind zu dokumentieren und zu korrigieren.

Workflow für die Auftragsumsetzung

  1. Kundenvorgaben und technische Machbarkeit prüfen, insbesondere freie Perforationsposition.
  2. Druckdaten mit Nummerierungsfeld und Perforationslinie anlegen, Marken und Hilfslinien entfernen.
  3. Probedatensatz mit Anfangsnummer 00100 und Endnummer 00599 erzeugen.
  4. Bogen nach Zuschnitt vermessenPerforationslage, Feldgröße, Rand- und Perforationsabstände.
  5. Ergebnisse dokumentieren und bei Abweichungen Korrekturen veranlassen.

Häufige Fragen

Welche Mindestgröße hat ein Nummerierungsfeld?
Das Nummerierungsfeld muss mindestens 24 mm breit und 6 mm hoch sein, bei 5 mm Abstand zum Rand des Endformats.
Welcher Abstand muss zwischen Perforation und Nummerierung liegen?
Das Nummerierungsfeld muss mindestens 7 mm von der Perforation entfernt angelegt werden. Der Abstand zwischen zwei Nummerierungsfeldern beträgt mindestens 14 mm.
Welche Abweichungen sind beim Zuschnitt möglich?
Beim Zuschneiden auf das Endformat kann es zu Abweichungen von bis zu 1 mm kommen. Diese können sich auf Falzung oder Perforation auswirken.

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