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Druckverfahren

Teil von Siebdruck-Verfahren im Vergleich: Entscheidungshilfe für die sieben Produktgruppen der Auswahlliste II

Siebdruck-Auftrag kalkulieren: Mengen, Farbverbrauch und Druckkapazität schrittweise ermitteln

Siebdruck-Auftrag kalkulieren: Mengen- und Formatberechnung, Farbverbrauch und Druckkapazität Schritt für Schritt an einem Rechenbeispiel mit DIN A2 und 8 Nutzen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Mengen- und Formatberechnungen sowie Farbverbrauch sind im Ausbildungsrahmenplan als Pflichtqualifikation geregelt. Siebdrucker-Ausbildungsverordnung
  • Für den standardisierten Siebdruck müssen Druckkapazitäten ermittelt und Maschinenparameter dokumentiert werden.
  • Ein durchgerechnetes Beispiel zeigt1000 Bogen DIN A2 mit 8 Nutzen ergeben 8000 Bruttonutzen, ca. 1,0 kg Farbe und 2,42 Stunden Druck- und Rüstzeit.
  • Setzen Sie für Druckformkosten und Rüstkosten Ihre betrieblichen Werte ein.

Kalkulationspflichten aus dem Berufsbild

Die Siebdrucker-Ausbildungsverordnung nennt konkrete Rechenposten. Im Abschnitt "Vorbereiten des Siebdruckprozesses" sind zwei Pflichten verankert: "Mengen- und Formatberechnungen durchführen und Material für den Produktionsprozess bereitstellen" sowie "Farbverbrauch ermitteln". Diese Aufgaben gehören zu den berufsprofilgebenden Fertigkeiten. Auch die Abschlussprüfung verlangt im Prüfungsbereich "Auftragsplanung und Kommunikation" planungsrelevante Berechnungen. Wer einen Auftrag kalkuliert, muss also Mengen, Formate und Farbbedarf nachvollziehbar herleiten.

Für Kostenbeurteilungen sind zwei weitere Vorgaben relevant. Fertigungsverfahren sind "hinsichtlich der zu erzielenden Qualität des Druckproduktes einschließlich Kosten und Ressourcenschonung" zu beurteilen. Druckmaschinen müssen bezüglich "Einsatzmöglichkeiten, Mengenausbringung und Kosten" bewertet werden. Die Wahlqualifikation Kundenberatung verlangt, "auftragsbezogene Kosten abzuschätzen und Angebote zu erstellen". Das Berufsbild beschreibt damit die Kalkulationskompetenz. Auch das BIBB-Berufsprofil ordnet dem Ausbildungsberuf das Auswählen produktspezifischer Materialien und Farben sowie das Beachten ökonomischer und ökologischer Aspekte zu. BIBB-Berufsprofil

Mengen, Nutzen und Farbverbrauch rechnen

Ein belastbares Rechenmodell beginnt mit dem Bogenformat und der Nutzenanordnung. Angenommen, ein Auftrag umfasst 1000 Bogen DIN A2 (594 × 420 mm). Auf jedem Bogen werden 8 Nutzen im Format 180 × 120 mm platziert, um 90 Grad gedreht: 4 Spalten zu je 120 mm Breite und 2 Reihen zu je 180 mm Höhe. Die Nutzfläche beträgt 480 × 360 mm. Zentriert bleiben links und rechts 57 mm Rand (je (594-480)/2) und oben/unten 30 mm Rand. Daraus ergeben sich 1000 Bogen × 8 Nutzen = 8000 Bruttonutzen vor Ausschuss.

Der Farbverbrauch lässt sich mit einem Flächenansatz schätzen. Bei vollflächigem Auftrag und 4 g/m² Farbauftrag rechnet man: 0,594 m × 0,42 m = 0,24948 m² je Bogen; multipliziert mit 1000 Bogen ergibt das 249,48 m² bedruckte Fläche. Bei 4 g/m² sind das 997,92 g, also rund 1,0 kg Farbe. Dieser Wert ist ein Rechenbeispiel ohne Materialverlust; Rüst- und Reinigungsverluste müssen betrieblich ergänzt werden.

Druckkapazität und Standardprozess festlegen

Die Wahlqualifikation "Standardisierter Siebdruck" verlangt drei Schritte: Druckkapazitäten ermitteln, den Standardprozess anhand betrieblicher Bedingungen festlegen und Maschinenparameter dokumentieren. Für das Beispiel wird eine Kapazität von 600 Bogen/h angenommen. Reine Druckzeit: 1000 Bogen / 600 Bogen/h = rund 1,67 h. Zuzüglich 0,75 h Rüstzeit ergibt sich eine gerundete Gesamtzeit von 2,42 h. Diese Werte sind betriebliche Annahmen, keine Normwerte.

Ein Ablaufplan aus drei Schritten hilft bei der Umsetzung:

  1. KapazitätsermittlungBogen/h je Maschine und Auftragsart messen oder aus Maschinendaten ableiten.
  2. Standardprozess: Bedruckstoff, Farbsystem, Rakel und Trocknungsparameter festlegen.
  3. DokumentationMaschinenparameter, Farbverbrauch und Zeiten im Auftragsdatensatz festhalten.

Betriebliche Eingabewerte einsetzen

Die Ausbildungsordnung fordert auftragsbezogene Kostenabschätzungen. Setzen Sie dafür eigene Maschinenstundensätze, Druckformkosten und Ausschussquoten ein und halten Sie fest, aus welchen Betriebsdaten die Ansätze stammen. Ein Beispiel: Bei einem fiktiven Maschinenstundensatz von 80 € und der auf 2,42 h gerundeten Druck- und Rüstzeit ergeben sich 193,60 € Maschinenzeitkosten. Hinzu kämen Druckformkosten und Material. Diese Zahlen sind fiktiv und dienen nur der Veranschaulichung.

Die Berechnung im Überblick:

PositionFormelBeispielwert
Bruttonutzen1000 Bogen × 8 Nutzen/Bogen8000 Nutzen
Bedruckte Fläche0,594 m × 0,42 m × 1000 Bogen249,48 m²
Farbverbrauch249,48 m² × 4 g/m²997,92 g ≈ 1,0 kg
Druck- und Rüstzeit1000 Bogen / 600 Bogen/h + 0,75 hgerundet 2,42 h

Häufige Fragen

Welche Rechengrößen sind im Siebdruckberufsbild ausdrücklich geregelt?
Die Ausbildungsordnung nennt Mengen- und Formatberechnungen, Farbverbrauchsermittlung sowie die Beurteilung von Kosten und Mengenausbringung bei Druckmaschinen und Fertigungsverfahren.
Woher nehme ich Stundensätze und Druckformkosten für meine Kalkulation?
Verwenden Sie eigene Betriebsdaten und die Unterlagen zum Auftrag. Schätzen Sie daraus die auftragsbezogenen Kosten und weisen Sie Ihre Ansätze transparent aus. Die Beispielwerte ersetzen diese betrieblichen Eingaben nicht.
Wie ermittelt man die Druckkapazität für einen Standardprozess?
Die Wahlqualifikation verlangt, Druckkapazitäten zu ermitteln und für den Standardprozess festzulegen. Praktisch misst man Bogen pro Stunde oder nutzt Maschinendaten und dokumentiert den Wert.

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