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Weiterverarbeitung

Teil von Weiterverarbeitung Druck: Falzen, Binden und Veredeln für drei fiktive Aufträge planen

Siebdruckweiterverarbeitung von der Auftragsplanung bis zur fertigen Frontfolie

Planung der Weiterverarbeitung für 500 PC-Frontfolien mit Mara Switch MSW: Trocknung, Temperung 30 min bei 60-80 °C und Verklebung mit Abzugswerten über 15 Nm.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Pflichtqualifikation Siebdruckweiterverarbeitung verlangt Arbeitsabläufe material- und produktionsbezogen festzulegen und Ergebnisse zu prüfen und zu dokumentieren.
  • Für MSW giltbei 20 °C Lufttrocknung nach 5 bis 10 Minuten überdruckbar; im Beispiel wird nach 20 Minuten erstmals geprüft, verklebt wird erst nach zusätzlicher Temperung von 30 Minuten bei 60 bis 80 °C.
  • Vor der Verklebung müssen Restlösemittel nahezu eliminiert sein; erst dann nennt der Hersteller Abzugswerte über 15 Nm nach 72 Stunden.
  • UVAR härtet UV-basiert aus und härtet innerhalb von 24 Stunden nach; vor Stanzen oder Rillen sollte die Nachhärtung abgeschlossen sein.

Auftragsdaten und Weiterverarbeitungsvorgaben

Für die Planung dient ein hypothetischer Auftrag: 500 PC-Frontfolien im Format 200 x 120 mm und 0,3 mm Materialstärke. Gedruckt wird mit Mara Switch MSW 171 Deckweiß als Flächenfarbe und MSW 180 Deckschwarz für die Beschriftung. Die Pflichtqualifikation Siebdruckweiterverarbeitung verlangt, Arbeitsabläufe material- und produktionsbezogen festzulegen, Techniken anzuwenden, Störungen zu beheben und Ergebnisse zu dokumentieren Siebdruckweiterverarbeitung als Pflichtqualifikation.

Die Seiten- und Nutzenanordnung muss Druckweiterverarbeitungsvorgaben berücksichtigen, einschließlich Kontrollelementen. Für MSW nennt das Datenblatt branchenübliche Gewebe zwischen 77 und 120 Fäden/cm; im Beispiel werden 120 Fäden/cm gewählt. Eine konkrete Fadenstärke ist damit nicht festgelegt. Wichtig ist die Entscheidung: Das gewählte Gewebe liegt im dokumentierten Bereich, aber die Freigabe bleibt vorversuchsabhängig.

Trocknung, Temperung und Restlösemittel

MSW trocknet physikalisch schnell: bei 20 °C Lufttrocknung nach circa 5 bis 10 Minuten überdruckbar, bei 60 °C im Durchlauftrockner nach 20 bis 30 Sekunden stapelfest Trocknungszeiten für Mara Switch MSW. Diese Angaben variieren je nach Bedruckstoff, Farbfilmstärke und Trocknungsbedingungen. Im Beispiel wird nach 20 Minuten Lufttrocknung bei 20 °C erstmals geprüft. Dieser Zeitpunkt ist kein Beleg für Stapel- oder Klebefähigkeit. Bei unzureichender Trocknung wird nicht weiterverarbeitet.

Für die Verklebung fordert der Hersteller explizit, dass Restlösemittel im Farbfilm nahezu eliminiert werden. Das erreicht man am besten durch zusätzliche Temperung von 30 Minuten bei 60 bis 80 °C im Trockenofen Temperung zur Restlösemittelentfernung. Im Beispiel sind 70 °C für 30 Minuten geplant. Danach folgen Kontur stanzen, Tastendome prägen und verkleben, sobald die produktbezogenen Voraussetzungen nachgewiesen sind.

Weiterverarbeitung und Verklebung im Vergleich

Mara Switch MSW (lösemittelbasiert)

Trocknung/Härtung
Physikalisch, Lufttrocknung 5 bis 10 min überdruckbar; Stapelfest bei 60 °C nach 20 bis 30 s
Restlösemittel
Temperung 30 min bei 60 bis 80 °C empfohlen
Weiterverarbeitung
Prägen, Verformen, Stanzen, Schneiden nach Durchtrocknung
Haftung/Verklebung
Abzugswerte > 15 Nm nach 72 h, kompatibel mit marktüblichen Klebesystemen

Ultra Graph UVAR (UV-härtend)

Trocknung/Härtung
UV-Härtung mit 2 Strahlern à 120 W/cm bis 30 m/min; Nachhärtung innerhalb 24 h
Restlösemittel
Restmonomere möglich, je nach Anwendung berücksichtigen
Weiterverarbeitung
Stanzen, Schneiden, Rillen nach Aushärtung
Haftung/Verklebung
Farbhaftungstest nach Abkühlung (TESA-Test), Nachhärtung verbessert Haftung

Die Tabelle zeigt die unterschiedlichen Wege. Für MSW ist die Temperung der entscheidende Schritt vor der Verklebung. Der Hersteller nennt Abzugswerte größer 15 Nm nach 72 Stunden bei sachgemäßer Verarbeitung und nahezu eliminierten Restlösemitteln Abzugswerte und Klebesysteme. Ein bestimmtes Klebstofffabrikat wird nicht garantiert; das Klebesystem muss im Vorversuch qualifiziert werden.

Für UVAR dokumentiert das Datenblatt die Aushärtung mit zwei Mitteldruck-Quecksilber-Strahlern und Bandgeschwindigkeiten bis 30 m/min. Die Farbe härtet innerhalb von 24 Stunden nach, in dieser Zeit verbessern sich Beständigkeiten und Farbhaftung UVAR Härtung und Nachhärtung. Vor der Weiterverarbeitung wie Stanzen oder Rillen sollte die Nachhärtung abgeschlossen sein.

Praktische Checkliste für die Serienfreigabe

  • Auftragsunterlagen und Druckdaten auf Vollständigkeit prüfen, einschließlich Weiterverarbeitungsvorgaben.
  • Materialien und Druckfarben nach Datenblatt auswählen; im Beispiel MSW 171 und MSW 180.
  • Trocknung nach Herstellerangaben prüfen; im Beispiel erster Prüfzeitpunkt nach 20 Minuten Lufttrocknung.
  • Temperung 30 Minuten bei 60 bis 80 °C durchführen und dokumentieren; Stanzen, Prägen und Verkleben erst nach dokumentierter Eignung und im Vorversuch qualifiziertem Klebesystem.
  • Nach 72 Stunden Haftung beurteilen und Abzugswerte dokumentieren; Serienfreigabe bleibt bis zum Bestehen der Prüfung offen.

Häufige Fragen

Warum ist die Temperung vor der Verklebung wichtig?
Die Temperung bei 60 bis 80 °C für 30 Minuten entfernt Restlösemittel nahezu vollständig. Erst dann sind laut Hersteller hohe Abzugswerte über 15 Nm erreichbar. Ohne diesen Schritt bleibt die Haftung unsicher.
Kann ich MSW direkt nach dem Druck stanzen?
Nach ordnungsgemäßer Durchtrocknung lässt sich der Farbfilm stanzen, prägen und schneiden. Für die Verklebung ist zusätzlich die Temperung nötig, da Restlösemittel die Haftung beeinträchtigen. Der Zeitpunkt hängt von Farbfilmstärke und Trocknungsbedingungen ab; eigene Vorversuche sind unerlässlich.
Unterscheidet sich die Weiterverarbeitung bei UVAR grundlegend?
Ja. UVAR härtet UV-basiert aus und härtet innerhalb von 24 Stunden nach. Für Restmonomere ist eine Einzelfallprüfung nötig. Die Abfolge für Stanzen, Schneiden und Rillen ist ähnlich, aber die Trocknungslogik unterscheidet sich komplett.

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